Betreuungsrecht

Wenn nötig, kann ein Gericht einen Betreuer bestellen, dann handelt es sich um eine rechtliche Betreuung nach §§ 1896, 1897 BGB, was gelegentlich als staatliche Bevormundung empfunden wird. Dieser gesetzlich bestellte Betreuer ist dann meist ein Rechtsanwalt oder Berufsbetreuer.

Eine Möglichkeit, dieser staatlichen Regelung zu entgehen, ist die Einrichtung einer widerruflichen privaten Vorsorgevollmacht, diese hat Vorrang vor der gerichtlichen Betreuerbestellung.

Bei der privaten Vorsorgevollmacht wird eine Vertrauensperson mit der widerruflichen Befugnis ausgestattet, zukünftig, sobald es nötig werden sollte, nahezu alle Handlungen und Willenserklärungen gegenüber Dritten für den zu Betreuenden vorzunehmen. Es liegt nahe, zusätzlich zu der Vorsorgevollmacht auch eine Patientenverfügung einzurichten.


Diese gewählte Vertrauensperson kann auch eine Rechtsanwältin sein.

Eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung bedürfen lediglich der einfachen Schriftform, eine notarielle Beglaubigung ist nicht nötig.

Sollten besonders wichtige oder weitreichende Entscheidungen anstehen, muss der Bevollmächtigte eine Genehmigung bei einem Betreuungsgericht einholen.


In jedem Fall ist es ratsam, vor der Einrichtung einer Vorsorgevollmacht das Gespräch mit einem Rechtsanwalt zu suchen, dies kann im Rahmen eines einfachen Beratungsgesprächs geschehen oder der Rechtsanwalt kann im Anschluss als Bevollmächtigter oder Kontrollbevollmächtigter bestimmt werden.