Verfahrensbeistandschaften

Als Verfahrensbeiständin ist es meine Aufgabe, innerhalb eines Familiengerichtsverfahrens die Wünsche und Bedürfnisse des Kindes herauszufinden sowie dem Kind das Verfahren und die Situation altersgerecht und verständlich zu erklären. Während des Verfahrens stelle ich das Kindesinteresse in den Vordergrund und vertrete es nach außen. Familiengerichtsverfahren sind emotional für die beteiligten Parteien und Kinder sehr belastend, deshalb sind mir hier die sensible Herangehensweise und der wertschätzende Umgang besonders wichtig.

 

Du bekommst eine Verfahrensbeiständin?

Klingt irgendwie komisch und sehr förmlich, ist aber gar nicht so komisch.
Wahrscheinlich haben die Erwachsenen um dich herum gerade ordentlich Streit und jeder will etwas anderes, aber keiner hört zu, was du eigentlich willst. Die Erwachsenen haben sich vielleicht so sehr gestritten, dass ein Richter entscheiden muss, wie es weitergeht. Weil es für dich als Kind schwieriger ist, dass Erwachsene dir richtig zuhören und es für dich auch doof wäre, deine Wünsche mit einem Gericht klären zu müssen, komme ich dazu. Ich soll deine Interessen und deine Wünsche mit dir zusammen herausfinden und gegenüber den Erwachsenen vertreten.

Wahrscheinlich lernen wir uns zuerst bei dir zu Hause kennen und ich erkläre dir, wer ich bin und warum ich da bin. Wir können reden, haben vielleicht auch Zeit etwas zu spielen, ich stelle dir viele Fragen und du kannst deine Fragen loswerden. Wir werden uns dann für eine Weile häufiger sehen, mal bei dir zu Hause, mal bei mir im Büro, wir treffen uns, damit ich herausfinden kann, was du willst oder was du dir wünschst.

Wenn wir das gemeinsam herausgefunden haben, teile ich deine Wünsche den beteiligten Erwachsenen mit und schreibe es für den Richter auf. Der Richter möchte dich vielleicht auch persönlich treffen, keine Sorge, ich bin dann mit dabei.

Am Ende trifft der Richter eine Entscheidung und wir sehen uns nochmal, damit ich dir die Entscheidung mitteilen und erklären kann.